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Chronik

1999 bis 2007


Im Jahr 1999 gibt es wie so oft in Vor- und Nachfolgejahren einen großen Einschnitt und „Stellungswechsel“ im Chor: einige Spieler verlassen den Chor, um andernorts eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen. Aus der Nachwuchsgruppe rücken etliche Spieler nach, so dass die Spielfähigkeit der Gruppe nahtlos erhalten bleibt. Auch Leistung und Fleiß des Chores sind ungebrochen. Das zeigt sich in dem Wunsch der Spieler, eine zweite CD zu produzieren. Alle sind bereit, für dieses Projekt Zeit für Sonderproben zu investieren.

Im Frühjahr 2000 wird die CD „Glory music“ in der Augustinerkirche Gotha eingespielt, wieder unter der fachmännischen Aufnahmeleitung des Tonstudios Stolte aus Berlin. Aber das ist nicht der einzigste Höhepunkt des neuen Jahrtausends! Im Juli gehen wir mit einem Sonder-Reisebus auf Konzertreise nach London. Rev. Kreusel von der einladenden Hornsey Moravian Church hat für uns mehrere Konzerte in London und in der nahe gelegenen Universitätsstadt Cambridge vermittelt. Die Konzerte sind im Durchscnitt nicht sehr gut besucht, außer in der Gemeinde von Rev. Kreusel. Das Kulturangebot in Cambridge, in der es allein 3 Musikhochschulen bzw. Konservatorien gibt, und auch in der 6 Millionen-Stadt London ist enorm, so dass wir keine große Chance haben. Aber das nimmt uns nicht die Freude an der Reise, und es sagt auch nichts über die Qualität unserer Konzerte aus. Im Gegenteil: auf der Internetseite des Stadtbezirkes Hornsey steht eine Einladung zu unseren Konzerten mit folgender Notiz: „I’ve just been to see the Choir’s Tuesday night’s…:they were great! The concert only lasts about 75 mins and is an absolute delight: we’re talking serious enjoyment. I strongly advises getting along.”

Auf der Rückreise von England geben wir am 25.Juli auf Einladung des Thüringer Innenministeriums ein Konzert zur Länderwoche Thüringen im Deutschlandpavillon auf der EXPO 2000 in Hannover. Wir spielen vor vollem Haus und ernten großen Beifall. Erfreulicher „Nebeneffekt“: 2 Tage freier Eintritt auf dem gesamten EXPO-Gelände!

Zum traditionellen Epiphanias-Benefizkonzert am 6.Januar 2001 in der Augustinerkirche gelingt es uns, unter Beweis zu stellen, dass die Chorgemeinschaft nichts von ihrer Leistungsstärke eingebüßt hat. Das Konzert wird zu einem besonderen Höhepunkt durch den Rekordbesuch von über 400 Besuchern und durch die Höhe der erzielten Kollekte von 3.138,50 DM! Jahrelang haben wir diese Konzerte jeweils zu Beginn eines neuen Jahres zugunsten des Orgelneubaues in unserer Kirche durchgeführt. Unser Orgelbau ist längst vollendet und das Instrument erfreut Gemeindeglieder und Gäste seit Juni 1993 mit ihrem strahlenden Prospekt und Klang. Der Erlös des Benefizkonzertes 2001 soll wiederum einen Orgelneubau unterstützen. Am Abend des 15.April 2000 wurde in Nürtingen, dem Partner-Dekanat der Superintendentur Gotha, die 500 Jahre alte Stadtkirche St. Laurentius durch einen verheerenden Brand völlig zerstört. Dabei ist auch die Orgel ein Opfer der Flammen geworden. Der Kirchenkreis Nürtingen hat seinerzeit den Orgelneubau in der Augustinerkirche mit einer großen Spende unterstützt. Deshalb denken wir, dass es ein gutes Zeichen ist, mit unserem Konzert unsere Dankbarkeit, Verbundenheit und Solidarität zu bekunden.

Vom 6. bis 9.September finden wir uns für mehrere Tage zu einer „Übungsfreizeit“ zusammen. Die Tagungsstätte „Haus Silberbach“ im Fichtelgebirge bietet uns dafür angenehmen Aufenthalt und einen seperaten Übungsraum. Trotz intensiver Probenarbeit kommt die Freizeit und Geselligkeit in diesen Tagen nicht zu kurz: dafür sorgen die Kegelbahn und vor allem das hauseigene kleine Hallenbad. Ein Ausflug ins nahe gelegene Silbereisen-Schaubergwerk in Fichtelberg rundet die erlebnisreichen Tage ab.

Mitte September sind wir wieder einmal unterwegs in Baden-Württemberg. Nunmehr zum 3.Mal spielen wir zum sog. „Henhöfertag“, einer missionarischen Veranstaltung der Badischen Landeskirche. Dort haben wir bereits eine kleine „Fangemeinde“. Das Jahr klingt aus mit Konzerten in Bad Langensalza und Hermsdorf in Thüringen und einem Konzert mit dem Dekanatsposaunenchor Darmstadt, wo wir eine vorzügliche Gastfreundschaft genießen. Im März 2002 geht der Handglockenchor gemeinsam mit ca. 60 Gemeindegliedern der Augustinergemeinde zu einem Wochenendbesuch nach Lemgo. Die Nicolai-Gemeinde hat eingeladen zum 20-jährigen „Partnerschaftsjubiläum“. Festlicher Auftakt ist ein gemeinsames Konzert des Handglockenchores mit dem Lemgoer Posaunenchor. Aber der Höhepunkt des Jahres ist unser 15-jähriges Jubiläum, das der Chor am 17. und 18.August feiert. Im Festkonzert präsentieren sich die derzeit aktiven Gruppen: Handglockenspieler, Nachwuchsgruppe und Chimes-Kinder. Von den über 50 ehemaligen Spielern sind fast 30 angereist, um mit uns zu feiern. 23 von ihnen nehmen sich die Zeit, um noch einmal intensiv zu üben und das Ergebnis im Jubiläumskonzert zu präsentieren. Und es kann sich hören lassen! Unsere Ehrengäste Cindy und Larry Hoffsis sind gerührt und begeistert. Bei ihrer Abreise sprechen sie eine erneute Einladung in die USA für das nächste Jahr aus.

Die Nachwuchsgruppe des Handglockenchores bestreitet im September ein eigenes kleines Konzertprogramm in einer Behinderteneinrichtung in Neinstedt im Südharz. Die Behinderten, - ein überaus dankbares Publikum, - vollführen mit ihren Betreuern im großen Altarraum der Kirche einen Rollstuhltanz zum „Kanon“ von Johann Pachelbel. So wird unsere Musik zur Bewegungstherapie.

Unsere für den Sommer 2003 geplante Reise in die USA wird zwischenzeitlich noch einmal in Frage gestellt, als im Frühjahr der Präventivkrieg der Amerikaner im Irak ausbricht. Wir erwägen, die Reise abzusagen. Wird es erneut und vermehrt zu Terrorakten kommen? Nach langen Überlegungen entscheiden wir uns für die Reise. Nachdem wir die „Feuerprobe“, das Konzert am 21.Juni in der Augustinerkirche bestanden haben, werden die Glocken noch einmal auf Hochglanz poliert. Ein Quartett produziert sich noch einmal am Vortag der Abreise als Überraschung zur Trauung von Stefanie Zengerling, einer ehemaligen Glockenspielerin, und Alexander Dehmel. Dann ist es endlich soweit; die Glockenkoffer können für die Reise fest verschnürt werden.

So sind wir vom 29.Juni bis 13.Juli 2003 zum zweiten Mal in Ohio unterwegs. Wir spielen in den 12 Tagen unserer Tournee 10 Konzerte und umrahmen 5 Gottesdienste in der Epiphany Lutheran Church in Dayton. Diese Auslandsreise war für 8 Spieler (u. a. für Kristin Geyer – nach 16 Jahren!) der Abschluss und sicher auch ein Höhepunkt ihrer Zeit im Handglockenchor. Es gibt einen harten Einschnitt; 8 Spieler müssen ersetzt werden. Das bedeutet, dass die gesamte Nachwuchsgruppe aufrücken wird.

Die neue Besetzung des Handglockenchores bekommt ihre erste Aufgabe und Bewährungsprobe im November, wo sie stellvertretend für die vielen vorangegangenen Spieler den „Nachwuchs-Förderpreis“ der Kreissparkasse Gotha, der mit 1.500 € dotiert ist, entgegen nehmen darf und die Festveranstaltung musikalisch umrahmt.

Im Jahr 2004 wird die langjährige Chorleiterin KMD Elke Eichhorn in den Ruhestand verabschiedet. Ein Jahr lang noch macht sie die Probenarbeit im Handglockenchor und versucht, ihren Nachfolger in das Handglockenspiel einzuführen und die Liebe zu dieser Musik in ihm zu wecken. Jedoch gelingt dies nicht, und dem Handglockenchor droht sein Ende. Da ergreift Matthias Eichhorn, studierter Kontrabassist und selbst über viele Jahre Chormitglied, die Initiative und leitet den Chor an und sorgt sich um Nachwuchs, so dass der Chor im Januar 2006 und 2007 die Reihe seiner Benefizkonzerte ungebrochen fortsetzen kann.

Im September 2007 treffen sich die aktiven Glockenspieler, Nachwuchs- und Chimesgruppe mit etlichen ehemaligen Spielern, um das 20-jährige Bestehen des Chores zu feiern. Gemeinsam bestreiten sie ein beachtliches, abwechslungsreiches Konzert in der Augustinerkirche vor dankbarem und begeistertem Publikum.


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